EU-Rechnungshof urteilt: Nur Glasfaser bis ins Haus (FTTH) ist Technologie der Zukunft

Deutschland droht nach Ansicht der EU-Rechnungsprüfer beim Internetausbau in den kommenden Jahren den Anschluss zu verlieren, wenn nicht mehr Unternehmen wie die HeLi NET Telekommunikation auf Glasfaser bis in Haus (FTTH) setzen. 

Der EU-Rechnungshof hat einen Sonderbericht zum Stand des Breitbandausbaus in den Mitgliedsstaaten („Der Breitbandausbau in den EU-Mitgliedstaaten: Trotz Fortschritten werden nicht alle Ziele der Strategie Europa 2020 erreicht“) veröffentlicht. Darin kommen die EU-Rechnungsprüfer zu dem Ergebnis, dass das EU-weite Ziel, bis zum Jahr 2025 flächendeckend Geschwindigkeiten von bis zu 1 GBit/s zu ermöglichen, in Deutschland mit den aktuell genutzten Technologien „wahrscheinlich nicht zu verwirklichen“ sei.

Inwiefern? In dem Bericht des EU-Rechnungshofes heißt es unter anderem, dass die Kupfertechnologie ihre Grenzen hat: „Erstens gelten die beworbenen Geschwindigkeiten nur bei einer begrenzten Anzahl von Nutzern; je mehr Nutzer verbunden sind, desto geringer ist die Geschwindigkeit. Zweitens ist die Vectoring-Technologie eine kurzfristige Lösung: Sie ist nicht so zukunftssicher wie Glasfaser und Koaxialkabel. Vectoring mag zwar ausreichen, um die Ziele der Strategie Europa 2020 zu erreichen, doch die Zielsetzungen der Gigabit-Gesellschaft für 2025, mit den geforderten Geschwindigkeiten von 1 GBit/s, werden mit dieser Technologie wahrscheinlich nicht zu verwirklichen sein.“

Mit der Glasfaser bis ins Haus sind Geschwindigkeiten von 1 Gigabit pro Sekunde und mehr ganz problemlos möglich. Die Kupfertechnik stößt aktuell bei allerspätestens 100 Mbit/s an ihre Grenzen.

Delbrück ist eine der wenigen Kommunen, die nun Glasfaser erhalten.

Spiegel-Online-Kolumnist und Digitalisierungsexperte Sascha Lobo sagt: „Die "beste digitale Infrastruktur der Welt" (Bundesregierung 2016) ist natürlich nur mit Glasfaser bis in die Gebäude zu erreichen, das weiß ausnahmslos jede Person, die nicht von der Telekom bezahlt wird. Trotzdem wird weiter sehr viel Geld in die Hand genommen, um Glasfaseranschlüsse in die Wohnungen zu verhindern.“

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